Anpassung

Der Ablauf einer Anpassung eines Hörsystems wird hier schematisch und detailliert beschrieben:

 

  1. 1. Termin ca. 1Std.: Aufnahme der Kundendaten, Hörtest, Beratung und evtl. 1. Probegerät oder Abdrucknahme.
  2. nach ca. 1 Woche: Anpassung des Probegerätes mit InSitu-Messung und Erfolgsmessungen.
  3. 1 Woche später: Kontrolltermin, Rückmeldung bearbeiten, Einstellung optimieren oder Alternativgerät.
  4. 8-14 tägige Nachkontrollen mit Nachjustierungen und Alternativtechniken.
  5. nach durchschnittlich 8-12 Wochen Eingewöhnung mit verschiedenen Techniken haben Sie Ihren Favoriten gefunden.
  6. Abschlussbericht, abschließende Kontrolluntersuchung beim HNO-Arzt.

Beim Ersttermin wird, nach Aufnahme Ihrer persönlichen Daten und Ihrer ohrbezogenen Krankengeschichte, die Leistung Ihres Gehörs mittels Kopfhörer gemessen. Die Punkte des „gerade eben Hörens“ und Ihre Lautstärketolleranz sind hier genauso wichtig, wie das Sprachauflösungsvermögen. Dieses testen wir mit Wortgruppen in verschiedenen Lautstärken.

 

Danach findet ein Beratungsgespräch statt. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck über die technischen Möglichkeiten und die Preise einer Versorgung. Bei diesem Gespräch teilen Sie uns auch Ihre persönlichen Erwartungen und bisherigen Schwierigkeiten mit dem Hören mit.

 

Nun kann oft schon das erste Probegerät mittels leichter Silikonschirmchen angepasst werden. In manchen Fällen brauchen wir eine Ohr-Abdrucknahme. Ein Watteschirmchen wird zum Schutz des Trommelfells in den Gehörgang gesetzt. Danach wird eine hautfreundliche Silikonpaste in den Gehörgang gefüllt, die dort in 2-3 Minuten zu einem gummielastischen Abdruck aushärtet. In dieser Zeit können Sie in aller Ruhe entspannen. Der entnommene Abdruck dient nun zur passgenauen Herstellung einer kosmetisch anspruchsvollen Otoplastik.

Bei der ersten Anpassung brauchen wir eine knappe Stunde Zeit. Der genaue Sitz des evtl. Ohrpaßstückes wird geprüft, bevor die endgültige Schlauchführung kosmetisch optimal festgelegt wird. Wenn der Hörverlust geeignet ist, wird ein dünnerer Schallschlauch eingesetzt. Bei IdO- Gehörgangsgeräten werden evtl. Druckstellen beseitigt.

 

Nun wird mittels Insitu-Messystem der individuelle Gehörgang ausgemessen, um genauen Aufschluss über das Resonanzverhalten vor dem Trommelfel zu bekommen. Bei der nun folgenden Feinanpassung der Hörtechnik werden so unangenehme Frequenzspitzen behoben und evtl. Unterversorgung in wichtigen Sprachbereichen erkennbar. Das Ergebniss dieser Methode ist ein ausgeglichenes Klangbild bei optimalem Sprachverstehen.

 

Das Sprachverstehen mit Versorgung wird nun mit einem Lautsprecher getestet und danach werden Sie in die Handhabung der Technik eingewiesen. Nun beginnen die ersten Schritte mit den „neuen Lauschern“.

Beim Kontrolltermin sind Ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen sehr wichtig. Gab es Druckstellen? Wo war der Klang angenehm oder unangenehm? Wie kamen Sie mit der Bedienung zurecht? Ihre Angaben weisen uns nun den Weg zu weiteren Schritten. Wir können nun das Probegerät Ihren Angaben entsprechend nachjustieren, oder ein System auswählen, dass für Ihren Bedarf geeigneter ist. Auch die Alternativgeräte werden wieder mit der InSitu-Anpassmethode feineingestellt. Nur dadurch können Sie tatsächlich die Sprachleistung der verschiedenen Verstärkerchips miteinander vergleichen.

Bei den Nachkontrollen wird die Zeit genutzt die individuelle Einstellung zu optimieren. Einerseits nähern wir uns mit fortschreitender Feinjustierung Ihrem Optimum, andererseits paßt sich Ihr Hörzentrum gewohnheitsgemäß der neuen Klangwelt an. Die Vergleichstechniken zeigen, ob der Verstärkerchip eines anderen Herstellers für Ihren Bedarf besser geeignet ist. Außerdem zeigt sich ein anfangs mangelhaft bewertetes Gerät bei wiederholter Ausprobe nach ein paar Wochen in neuem Licht.

Ihren Favoriten haben Sie nun gefunden und die Geduld, die Sie während der Anpasszeit aufgebracht haben, hat sich gelohnt. In der zurückliegenden Zeit haben Sie Marktübersicht erhalten und tragen nun ein Gerät, dass Ihrem Wunsch nach Klangkomfort und Preis entspricht. Zudem hat sich Ihr Gehör umgestellt und wird nun zunehmend besser die Spreu vom Weizen trennen lernen.

Der Abschlussbericht der Anpassung wird nun von uns erstellt und Sie erhalten Ihre Anpassunterlagen. Zur Vorlage bei der gesetzlichen Krankenversicherung wird nun unsere Arbeit abschließend von Ihrem HNO-Arzt geprüft. Vereinbaren Sie hierzu einen Termin mit der Arztpraxis und nehmen Sie unseren Anpassbericht mit. Die Versorgungsvoranzeige an Ihre Krankenkasse wurde bereits von uns erledigt und die vom Arzt genehmigte Verordnung wird dann beim Kostenträger von uns eingereicht. Ihr Eigenanteil wurde Ihnen ggf. in Rechnung gestellt.

 

Die Leistung einer Hörgeräteanpassung beinhaltet auch den für den technischen Erhalt des Systems notwendigen Service. Reinigung, Nachjustierung, Hörtests, und Ohrstückänderungen erfolgen stets kostenfrei. Bei größeren Reparaturen von höherwertigen Systemen können aufwandsbezogene Mehrkosten anfallen.